Backcountry-Ski für Wintertouren
Ich liebe Skitouren und unternehme häufig kurze sowie ausgedehnte Touren im Norden. Da bei solitären Wintertouren die Risiken extrem hoch sind, kommt jedem Ausrüstungsteil eine entscheidende Bedeutung zu. Auf der Suche nach der Wahrheit und den besten Lösungen habe ich zahlreiche Modelle unter verschiedensten Bedingungen getestet.
Schließlich unterscheiden sich Ski durch ihre Taillierung, Steighilfe-Schuppen und Stabilität und verhalten sich auf Tour ganz unterschiedlich. Meine Erfahrungen im Backcountry-Bereich basieren auf folgenden Modellen:
Åsnes, Norwegen: Nansen 190, Ingstad 185, Amundsen 187 und 207.
Fischer, Österreich: Transnordic 66 Crown 195, E66 205, Traverse 186, Excursion 88 189, S-Bound 98 179, S-Bound 112 189.
Sporten, Tschechien: Ranger 160, 170, 180, Expedition 180, 190, Free Walk 120.
Altai Skis, USA: Hok 145.
Handgefertigte Jagdski, Russland: 150.

Drei Typen von Backcountry-Ski
In erster Linie unterscheiden sich Tourenski durch ihre Geometrie.
Länge, Breite und Taillierung — die Wahl hängt vom Einsatzbereich und den jeweiligen Anforderungen ab.
Grundsätzlich unterteilen wir sie in drei Kategorien:
- Schmale Ski — für ebenes Gelände. Zum Beispiel: Åsnes: Amundsen, Børge Ousland, Gamma. Fischer: Transnordic 66, Outback 68, Adventure 62, Spider 62.
- Allrounder — der goldene Mittelweg, optimal für die meisten Bedingungen. Zum Beispiel: Åsnes: Nansen, Ingstad. Fischer: Traverse, Excursion.
- Breite Ski — konzipiert für steileres Gelände, häufige Abfahrten und Tiefschnee. Zum Beispiel: Åsnes: Falketind 62, Rabb 68. Fischer: S-Bound 98, 112.
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Schmale Ski
Für flaches Gelände: das Flachland, gemäßigte Breiten oder ebene arktische Regionen wie Tschukotka, das Indigirka-Becken sowie der Nord- und Südpol. Schmale, geradlinige Ski verfügen über eine spurtreue Führung und gleiten stabil geradeaus, ohne ständige Richtungskorrekturen zu erfordern. Dieses sehr angenehme Fahrgefühl erlaubt es, die gesamte Energie in den Vortrieb zu stecken, sodass Sie wie auf Schienen zügig vorankommen. Sie funktionieren hervorragend auf windverblasenem Harsch, gespurten Loipen oder Motorschlittenspuren. Typische Maße am Beispiel des Åsnes Amundsen: 67-57-62 mm.
Vorteile. Hohe Spurtreue. Hohe Reisegeschwindigkeit auf geraden Abschnitten. Durch die geringe Taillierung halten sie beim Traversieren auf hartem Schnee über die gesamte Kantenlänge zuverlässig. Durch die schmale Bauweise wird weniger Material benötigt, was sie leicht macht. Dies entlastet die Beine spürbar — das Durchschnittsgewicht eines Paares am Beispiel des Fischer Transnordic liegt bei nur 1.860 g.
Nachteile. Aufgrund der geringen Taillierung lassen sie sich bei Abfahrten kaum steuern. Man muss wie auf Langlaufskiern in die Kurve umtreten; Abfahrten, die keinen direkten Schuss zulassen, werden zur Herausforderung und erfordern Schneepflug oder Zickzack-Fahrten.
In der Regel werden sie länger gewählt als Allrounder oder breite Ski, was das Vorankommen im dichten Wald zwischen Ästen und Sträuchern bei kurvenreicher Spurführung erschwert.

Allround-Ski
Den perfekten Alleskönner gibt es nicht, daher empfiehlt es sich, mehrere Skitypen zu besitzen. Ist dies nicht möglich, bieten universelle, gemäßigt schmale Ski mit breiterer Schaufel einen hervorragenden Kompromiss. Durch eine um ca. 10 mm verbreiterte Schaufel schwimmt der Ski im Tiefschnee deutlich besser auf, während die stärkere Taillierung bereits geschmeidige Schwünge bei Abfahrten ermöglicht. Diese scheinbar geringen 10 mm bringen ein spürbares Plus an Wendigkeit und Auftrieb. Typische Maße am Beispiel des Fischer Traverse: 78-61-69 mm.
Vorteile. Höchst vielseitig. Auf flachen Passagen laufen sie immer noch gut geradeaus — zwar etwas unruhiger als reine Rennwander-Ski, sodass gelegentliche Korrekturen nötig sind, aber wesentlich spurtreuer als breite Modelle. Im Schnee schwimmen sie besser auf als gerade Modelle, wenngleich spürbar schlechter als Breitbau-Ski. Sie erlauben kontrollierte Kurvenradien.
Nachteile. Vielseitigkeit bedeutet Anpassung an viele Bedingungen, ohne irgendwo Spitzenwerte zu erreichen. Das ist der Preis des Kompromisses. Das Durchschnittsgewicht eines Paares am Beispiel des Åsnes Nansen beträgt 2.025 g.

Breite Ski
Entwickelt für Mittel- und Hochgebirge, bieten sie hervorragende Kontrolle bei Abfahrten. Beim Einsatz des Fischer S-Bound 112 fühlte ich mich fast wie auf Alpinski. Die Taillierung lädt förmlich dazu ein, jeden Abhang dynamisch hinabzugleiten. Dank der großen Fläche bieten sie exzellenten Auftrieb und tragen unter bestimmten Bedingungen etwas besser — jedoch keineswegs immer. Nach meinen bisherigen Erfahrungen lässt sich damit nicht unbedingt leichter spuren: Sie sind spürbar schwerer, und da die Breite keine Wunder vollbringt, sinkt man meist unabhängig von der Skibreite bis zur festen Schneeschicht ein. Typische Maße am Beispiel des Fischer S-Bound 98: 98-69-88 mm.

Der beste Weg, den Unterschied zwischen schmalen und breiten Skiern zu begreifen, ist der direkte Vergleich im Wechsel. Erstens sinkt man im Pulverschnee meist bis auf die härtere Altschneeschicht gleich tief ein — der Kraftaufwand beim Spuren hängt also selten allein vom Ski ab. Zweitens bestimmen Gewicht und Form ganz wesentlich das Gehtempo, und auf schmaleren Modellen ermüden die Beine deutlich langsamer.
Vorteile. Exzellente Kontrollierbarkeit in kurzen Schwüngen. Zwar steht auf Expeditionen im Vordergrund, die Abfahrt verletzungsfrei zu überstehen, doch mit entsprechender Erfahrung ermöglichen sie elegante Abfahrten. Bei Modellen mit Steigschuppen bieten sie bergauf dank der großen Schuppenfläche besseren Grip als schmale und Allround-Ski. Sie bieten mehr Auftrieb im Schnee. Zudem werden sie meist kürzer gewählt — in etwa körperlang —, was die Wendigkeit im Wald stark erhöht.
Nachteile. Bedingt durch die geringere Länge und größere Breite vergrößert sich die Reibungsfläche, was auf ebenen Strecken, auf Harsch oder Scooterspuren die Gleitgeschwindigkeit merklich drosselt. Wegen der starken Taillierung neigen sie auf Geraden zum Seitenausbrechen; man muss spürbar Kraft für den Geradeauslauf aufwenden. Meist besitzen sie keine ausgeprägte Vorspannung, sondern eine flache Zone unter der Bindung — dadurch geht man eher, als dass man gleitet. Das Durchschnittsgewicht eines Paares am Beispiel des Åsnes Rabb liegt bei 2.360 g. Auch das Aufsteigen im Tiefschnee per Treppenschritt ist anstrengender, da sich viel Schnee auf den breiten Latten sammelt. Beim Traversieren verblasener Steilhänge bieten sie wenig Halt, da die Kanten oft nur an Schaufel und Ende greifen, während die schmale Mitte abrutscht.

Wahl der richtigen Skilänge
Die Skilänge richtet sich nach der Körpergröße und dem Gewicht. Hersteller bieten Größentabellen als Orientierungshilfe an, diese dienen jedoch nur als Richtwert, da zahlreiche Faktoren berücksichtigt werden müssen. Fahrkönnen, Gelände, Gewicht, Gepäck und individuelle Gewohnheiten beeinflussen die Wahl der Länge maßgeblich.Richtwerte für die Skilänge:
- Schmale, gerade Ski: Körpergröße + 20 cm.
- Allround-Ski: Körpergröße +10 bis +15 cm.
- Breite Ski: Körpergröße.
Tourenski verfügen über eine Vorspannung (Camber), der man jedoch im Gegensatz zu Langlaufski keine übermäßige Beachtung schenken muss. Die Vorspannung ist meist standardisiert gehalten: Der Kern unter der Bindungszone ist steif, während Schaufel und Skiende weicher sind, was das Spuren im Tiefschnee erleichtert.
Die Ski sind so konstruiert, dass beim Vorwärtsgleiten das Schuppenprofil unter der Bindung den Schnee nicht berührt und keine unnötige Reibung erzeugt. Das spart Kraft und schont das Steigfell.
Die Härte im mittleren Bereich kann variieren; meiner Erfahrung nach ist vor allem die Wahl der richtigen Länge entscheidend.

Grundlegende Auswahlprinzipien:
- Anfängern fällt es oft leichter mit kürzeren Ski.
- In kupiertem, unwegsamem Gelände sind kürzere Ski vorteilhafter als auf weiten Flächen und in den Bergen.
- Wer leichter als der Durchschnitt ist, sollte kürzere Ski wählen – und umgekehrt, wenn man schwerer ist.
- Wenn Sie mit einem schweren Rucksack unterwegs sind, sollten die Ski etwas länger sein. Nutzen Sie Ski mit schweren Pulkas (Zugschlitten), gilt das gleiche Prinzip, allerdings wird die Vorspannung unter den Bindungen nicht so stark belastet wie bei einem Rucksack. Wählen Sie irrtümlich zu lange Ski oder nehmen beispielsweise den Rucksack ab, wird die Vorspannung womöglich nicht durchgedrückt – die Ski rutschen nach hinten weg, da das Schuppenprofil nicht greift.
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Ski eröffnen völlig neue Horizonte: Sie können über zugefrorene Seen oder Moore gleiten, Flüsse überqueren und die Natur in einem ganz anderen Zustand erleben. Wenn Sie bereits Erfahrung im Sommertrekking haben, bietet der Wintertourismus neue, intensive Eindrücke, für die es sich lohnt, auf Tour zu gehen.

Hersteller von Backcountry-Tourenski
Åsnes, Norwegen. Bei der Wahl jeglicher Ausrüstung gilt: Jede Marke entwickelt Produkte für ihre Region und ihre Zielgruppe. Wer das versteht, erkennt die Besonderheiten sofort und trifft die richtige Wahl. Die nördliche Lage Norwegens bedingt vor allem schmale, lange Ski für arktische Bedingungen. In arktischen Zonen dominiert windgepresster Harsch; daher besitzen alle Backcountry-Ski durchgehende Stahlkanten bis in die Schaufel, um Windgangeln (Sastrugi) zu meistern. Viele Modelle kommen ohne Schuppen aus und sind für Steigwachs gedacht, was schnelles Vorankommen in der Tundra ermöglicht. Ein Markenzeichen ist der exzellente, schnelle Belag. Höchste Robustheit zeichnet sie aus, da diese Ski für autonome Polardurchquerungen eingesetzt werden. Riesige Modellpalette, einschließlich kantenloser Ski für Touren mit Hund, um dessen Pfoten nicht zu verletzen. Sehr ästhetisch. Die meiner Meinung nach interessantesten Modelle: Nansen und Ingstad.

Fischer, Österreich. Die bekannteste Skimarke in Russland, und das Modell S-Bound ist fast schon ein Synonym für Tourenski – was amüsant ist, da es für viele Einsätze keineswegs optimal ist. Hervorzuheben ist die große Steigzone mit Offtrack-Crown-Schuppenprofil (etwa 35 % größer als bei Åsnes), die besonders bei breiten Modellen enormen Halt bietet. Wie bei Åsnes gibt es kurze, schnell abnehmbare Steigfelle (Easy Skin). Es gibt Berichte, dass sich bei harter Beanspruchung die Kante lösen kann – ob Einzelfall oder Serienproblem, ist schwer zu beurteilen. Die Fischer-Modelle in meinem Umfeld (etwa 5 Modelle) weisen keinerlei Mängel auf. Die meiner Ansicht nach interessantesten Modelle: Transnordic 66 Offtrack Crown, Traverse, Excursion, S-Bound 98.

Die S-Bound 112 vermitteln das Gefühl von Alpinski – man bekommt sofort Lust auf Abfahrten im Tiefschnee. Doch der Aufstieg im Treppen- oder Grätenschritt ist Schwerstarbeit: Sie sind schwer und sammeln aufgrund ihrer Breite enorme Mengen Schnee auf dem Deckblatt.
Sporten, Tschechien. Ich habe diese Ski sehr intensiv bei Tourenkursen eingesetzt. Wir hatten 18 Paar Sporten Ranger und Expedition in allen Längen im Bestand. Die Qualität liegt spürbar unter Fischer und deutlich unter Åsnes. Das zeigt sich auch darin, dass sie nur halb so viel kosten wie vergleichbare Modelle von Fischer. Ein Preis von ca. 180 Euro ist meines Erachtens fair. Die Kanten werden schnell stumpf, was häufiges Nachschleifen erfordert und die Lebensdauer mindert. Das Topsheet verkratzt rasch, wodurch die Optik leidet. Die Geometrie ist gerade und sehr einfach gehalten, ebenso die Materialien. Erwähnenswert ist, dass ihre Universalbindungen Outlander völliger Schrott sind)) Der Belag gleitet langsamer als bei Fischer. Trotz der Nachteile sind sie aufgrund des Preises bei begrenztem Budget für leichte Touren bis zu 7 Tagen eine Option. Freunden würde ich sie jedoch nicht empfehlen – wer billig kauft, kauft zweimal. Das meiner Meinung nach interessanteste Modell: Forester 60–50–55.

Eine weitere Gruppe, die ich mit Ski und Bindungen von Sporten geführt habe.
Madshus, Norwegen. Ein Modell im Backcountry-Segment: Panorama mit verschiedenen Taillierungen – 62, 68, 78. Zudem mit integriertem Fell: T55, T50, Fjelltech M44, M50. Die Ski tauchen regelmäßig auf Gebrauchtportalen und in Testberichten auf.
Rossignol, Frankreich. Ein Modell: Backcountry Positrack mit den Breiten 65, 80, 100. Warme Schuhe mit BC-Standard fehlen im Sortiment, und meine Erfahrungen mit anderer Ausrüstung der Marke sind eher gemischt.

Hagan, Österreich. Führt im Backcountry-Sortiment nur einen einzigen Ski – den Offtrace 68–60–65. Nur ein Bekannter hatte das Vorgängermodell X-Trace; dieses wurde jedoch modifiziert und mit einem integrierten Fell versehen. Das wird meist für Verleihski oder für einfache Wochenendausflüge gemacht. Der Ski ist allenfalls interessant, wenn keine Alternativen verfügbar sind. Weitaus bekannter und funktionaler sind von Hagan die Universalbindungen, die wirklich exzellent konstruiert sind.
Alpina, Slowenien. In Russland wenig bekannt. Es gibt ein Tourenmodell namens Discovery mit verschiedenen Geometrien – 68, 80, 102. Ohne Vorspannung, also komplett flach gebaut. Auf der offiziellen Website finden sich kaum Details, in Foren meist nur oberflächliche Berichte) Keine Schnellwechselfelle möglich, nur durchgehende Felle über die gesamte Skilänge. Bietet wenig überzeugende Argumente – ganz im Gegensatz zur Schuhlinie von Alpina, einschließlich des neuen Standards Rottefella Xplore.
Wenn Sie weitere Informationen benötigen, schauen Sie sich das Video zur Auswahl von Backcountry-Ski an und melden Sie sich für eine Skitour an:


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