Skischuhe
Die Wahl der Skischuhe hängt zweifellos von Ihren Vorlieben, der Region und dem Schwierigkeitsgrad der Tour ab. In erster Linie sollte man das Set aus Schuhen, Bindung und Skiern als ein einheitliches System betrachten. Schließlich passt nicht jede Bindung auf jeden Ski und nicht jeder Schuh zu jeder Bindung. Und was passt, ist mitunter unzweckmäßig.
Es gibt folgende Bindungstypen:
- Rottefella-Standardserie: NNN BC, Xplore, NN 75,
- Moderne Universalbindungen: Hagan X-Trace Pivot oder OAC EA 2.0 Universal,
- Russische Universalbindungen: Asimut oder Bojzowskije,
- Skitourenbindungen: Silvretta 400/404 u. a.
Die russischen Universalbindungen Asimut und Bojzowskije berücksichtige ich nicht, da sie technisch überholt sind, eine unzureichende Skiführung bieten und diverse Schwachstellen aufweisen. Ausgehend von den für den Winter logischen Anforderungen – hohe Zuverlässigkeit,
In diesem Artikel betrachten wir nur die interessantesten und komfortabelsten Optionen für Skitouren auf der Halbinsel Kola und darüber hinaus. Ausgeschlossen sind hierbei diverse
Bei der Wahl der Skischuhe haben Sie 2 Möglichkeiten:
Die budgetfreundliche Variante – die eigenen Sommer-Trekkingschuhe in Kombination mit isolierten Überschuhen und Universalbindungen zu nutzen.
Die beste und komfortabelste Variante – Schuhe für spezielle Bindungssysteme zu verwenden: NNN BC, Xplore, NN 75. Die am weitesten verbreitete und bequemste Option ist NNN BC.

Sommer-Trekkingschuh
Eine Universalbindung ermöglicht es, bereits vorhandene Sommer-Trekkingschuhe zu nutzen. Da die Bindungen von Hagan über eine flexible Kunststoffplatte bzw. bei der Hagan X-Trace über eine Gelenkplattform verfügen, eignen sich ausschließlich weiche Lederschuhe, d. h. ihre Sohle muss im Ballen- und Zehenbereich biegsam sein. Eine steife Sohle kann die Bindung schlichtweg beschädigen oder herausbrechen, weshalb solche Schuhe ungeeignet sind.
Ein Sommer-Trekkingschuh bietet keine Kälteisolierung, daher sind gefütterte Überschuhe erforderlich.Hauptanforderungen an die Überschuhe:
1. Atmungsaktives Außenmaterial, KEINE Membran.
2. Isolationsmenge im Hauptbereich: 100–150 g/m².
3. Der Schuh muss so passgenau wie möglich im Überschuh sitzen, ohne überflüssigen Spielraum, da er sonst verrutscht und die Skiführung beeinträchtigt.
4. Wadenhoher Schaft. Hält die Beine warm und verhindert das Eindringen von Schnee.
In dieser Kombination lässt es sich im Durchschnitt bei Temperaturen von –5 °C bis –30 °C komfortabel auf Skiern unterwegs sein.

Schuh mit NNN BC-, Xplore- oder NN 75-Standard
Der Schuh wird bei allen Sohlen-Bindungsstandards nach denselben Kriterien ausgewählt. Die Bewegungsabläufe auf Skiern unterscheiden sich deutlich vom normalen Gehen, weshalb Skischuhe oft über einen anderen, geräumigeren Leisten verfügen.
Skischuhe sollten im Schnitt 1,5 Größen und in manchen Fällen sogar 2 Größen größer gewählt werden.Probieren Sie die Schuhe unbedingt mit den Socken an, die Sie auch auf der Tour tragen werden, da diese deutlich dicker sind.Falls Sie spezielle Einlegesohlen nutzen, sollten Sie die Schuhe direkt damit anprobieren.
Bedenken Sie, dass sich Schuhe mit speziellem Bindungsstandard nicht so leicht zusätzlich isolieren lassen – wählen Sie daher stets die wärmsten Modelle.
Verfügen die Schuhe über keine integrierte Gamasche, sind separate Gamaschen unerlässlich. Grundsätzlich eignet sich jedes Modell, am komfortabelsten sind jedoch Membrangamaschen. Sie schützen Schuh und Hose am besten vor Durchnässung, die durch schmelzenden Schnee in diesem Bereich regelmäßig auftritt.
NNN BC: Skischuhe mit dem optimalen Standard. Die größte Modellauswahl bieten die in Russland gängigsten und bewährten Marken: Alfa, Alpina, Lundhags, Fischer. Die Bindung besteht aus einem Querbügel an der Schuhspitze, der speziell für Tour- und Expeditionsbedingungen entwickelt wurde. Im Gegensatz zum herkömmlichen Langlauf-NNN steht BC für BackCountry (unberührtes Hinterland), was meiner Ansicht nach für Skitouren am besten geeignet ist. Es gewährleistet optimalen Vortrieb und das richtige Abrollen an der gewünschten Stelle.An der Sohle befinden sich Führungslängsnuten, die exakt in die Bindung auf dem Ski greifen. Daher darf die Sohle des Schuhs nicht durch einen Überschuh verdeckt werden.
Xplore: Die Schuhsohle ist in alle Richtungen steifer als bei NNN BC und NN 75, was ein noch präziseres Ansprechverhalten bei der Führung bietet. Die Pins liegen näher am Schuhrand und vermitteln ein Fahrgefühl ähnlich wie bei NN 75, bieten jedoch eine exzellente Führungskontrolle.
NN 75: Der älteste Standard unter den hier aufgeführten Bindungen und heute die am wenigsten interessante Option.

Gamaschen
Hat der Schuh keine integrierte Gamasche, sollten separate Gamaschen verwendet werden. Grundsätzlich erfüllt jedes Modell seinen Zweck, am komfortabelsten sind jedoch Membrangamaschen. Auf den Schuh und den unteren Hosenbereich gelangt unweigerlich Schnee, der durch Sonneneinstrahlung oder Körperwärme taut. Einfache Gamaschen können durchnässen, wodurch die Feuchtigkeit auf die Hosenbeine und teils bis in die Socken zieht – was auf einer Wintertour kritisch werden kann. Membrangamaschen schützen zuverlässig vor trockenem wie feuchtem Schnee; selbst bei kurzem Einsinken ins Wasser halten sie dicht, was wir auf unseren Touren vielfach erprobt haben. Die Membran ist zu 100 % winddicht und lässt Wasserdampf nur dosiert entweichen, weshalb diese Gamaschen etwas wärmer sind als einfache Softshell-Varianten.
Gamaschen sollten über einen Haken an den Schnürsenkeln fixiert werden. Am zuverlässigsten halten sie, wenn der Haken von unten nach oben eingehängt wird – so rutschen sie seltener hoch.
Socken
Um Blasenbildung und Erfrierungen an den Füßen zu vermeiden, empfiehlt es sich, gleich 2 Paar Socken übereinander zu tragen.
Erste Schicht: dünne Synthetik-Liner (Unterziehsocken). Schützen den Fuß optimal vor Reibung – statt auf der Haut entsteht die Reibung zwischen den Sockenschichten. Leiten Feuchtigkeit zuverlässig vom Fuß in die nächste Schicht, die dicken Socken, weiter. Schützen die äußere, warme Socke vor Schweiß und halten sie länger frisch. Rechnen Sie mit etwa 1 Paar für 3–4 Tage.
Zweite Schicht: dicke, warme Synthetiksocken. Halten die Füße warm. Rechnen Sie mit etwa 1 Paar für 2–3 Tage.
Die Materialzusammensetzung kann variieren – verschiedene Synthetikfasern, gern mit Wollanteil. Entscheidend ist, dass es sich um Trekkingsocken mit anatomischer Passform handelt, die fest und faltenfrei am Fuß sitzen.
Einlegesohlen
Standard-Einlegesohlen in Ski- und Trekkingschuhen dienen meist nur hygienischen Zwecken. Für eine korrekte Fußstellung mit stabiler Unterstützung, die wir unter den anspruchsvollen Bedingungen täglicher Belastung und langer Distanzen mit Zusatzgewicht brauchen, reichen sie nicht aus.
Ergonomische Einlegesohlen entlasten das Fußgewölbe sowie Muskeln und Bänder des Sprunggelenks, was Muskelbeschwerden vorbeugt und Ermüdung verringert.
Seit 2020 nutze ich thermoverformbare Einlegesohlen von Sidas Nordic. Sie wurden speziell für den Skilanglauf – sowohl für die klassische Technik als auch fürs Skating – entwickelt und bilden die Bewegungen beim Tourenski optimal ab. Dies sorgt für besseren Abstoß, überlegenes Gleiten und präzisere Manövrierfähigkeit.Sie eignen sich ebenso für sommerliche Trekkingtouren – und umgekehrt Sommersohlen für Skischuhe. Mit ihnen ist der Tragekomfort um ein Vielfaches höher.
Die bestmögliche Wirkung erzielen Sie mit individuell angepassten Sporteinlagen wie von Igli oder Formthotics.Beachten Sie bitte, dass Einlegesohlen Platz im Schuh beanspruchen und dieser dadurch zu eng werden kann; prüfen Sie die Passform daher unbedingt im Vorfeld. Ideal ist es, zuerst die Einlegesohlen zu wählen und neue Schuhe direkt mit diesen Sohlen anzuprobieren. So erreichen Sie die absolut perfekte Passform.


Kommentare (0)