Allgemeine Informationen
Warum lohnt es sich, genau hierher zu kommen?
Auf der Halbinsel Kola gibt es mindestens 4 Wanderregionen, in denen man mit dem Zelt unterwegs sein kann. Ich bin entlang der Küste der Barentssee, in den Chibinen, in Kandalakscha und in den Lowosero-Tundren gewandert.
Alle Regionen unterscheiden sich voneinander. Die Lowosero-Tundren vereinen die gesamte Schönheit von Kola am harmonischsten. Hier gibt es Berge ähnlich den Chibinen, Tundra, die sich bis zum Meer erstreckt, und dichte Wälder wie in Kandalakscha. Darüber hinaus gibt es ein ganz besonderes Highlight: einen wunderschönen See und Wasserfälle — sehr viele Wasserfälle.
Entlang des Sees gibt es viele malerische Plätze mit Sandstränden. Zur Saison gibt es reichlich Fisch und das Angeln ist erlaubt. Das Steinplateau erinnert an den Mars, besonders am Morgen mit seinen langen Schatten. Ein faszinierender Ort, den man unbedingt besuchen sollte.

Wetter
Das Wetter im Norden ist rau und unberechenbar. In jedem Sommermonat kann die Temperatur unter 0 °C fallen und es kann schneien. Ein Wetterbericht ist meist nur für 2–3 Tage präzise; dauert die Tour länger, muss man auf jede Wendung vorbereitet sein. Häufiger schwankt die Temperatur zwischen +7 °C und +30 °C, wobei ein Umschwung von 20 °C innerhalb von 2–4 Tagen stattfinden kann.
Im Juni beginnt der Frühling, doch die Rettungskräfte berichten, dass die Kälte manchmal anhält und im Juni noch so viel Schnee liegt, dass man Schneemobile nutzen muss. Die beste Reisezeit aus Wettersicht sind Juli und August. Im September setzt ein farbenprächtiger goldener Herbst ein.

Schließen Sie sich in diesem Jahr den besten Touren durch den Norden der Halbinsel Kola an:
Gaskocher und Lagerfeuer
Es wird empfohlen, Gas mitzubringen, da oberhalb von 400 Metern kahle Tundra herrscht und kein Brennholz vorhanden ist. Unterhalb von 400 Metern, rund um den Seidosero-See, gibt es dichten Wald und Totholz, allerdings ist das Gebiet ein Naturschutzgebiet. Lagerfeuer sind nur an bereits ausgewiesenen Feuerstellen auf den Rastplätzen gestattet. Es muss darauf geachtet werden, dass die Baumkronen nicht beschädigt werden. Das Anlegen neuer Feuerstellen ist verboten und wird mit Geldstrafen geahndet.
Ich nutze stets Gas: Das ist bequemer, geht schneller und schont die Natur. Ein Lagerfeuer habe ich nur einmal gemacht, lediglich für die Atmosphäre.

Mobilfunknetz
Traditionell bietet «Megafon» auf Kola die beste Netzabdeckung. Dahinter folgt MTS. Ich selbst nutze Beeline und konnte mich bisher nicht für einen Wechsel entscheiden. Der Empfang ist im nördlichen und westlichen Teil auf dem Plateau am besten. In den ersten zwei Tagen vom Geologen-Pass bis zum Berg Sengistschorr hatte ich Mobilfunk- und 3G-Empfang. Danach gab es bis zum Werkskomplex so gut wie keine Verbindung mehr.
Um die Netzabdeckung einzusehen, nutzen Sie bitte die Links der Mobilfunkanbieter:
Tierwelt
Lemming — 100 Gramm unbändige Energie. Zwei Stunden lang suchen sie nach Nahrung und fressen, zwei Stunden schlafen sie. Danach wieder zwei Stunden Nahrungsaufnahme, gefolgt von Schlaf. Und das rund um die Uhr. Wenn Sie zu einer Tagestour aufbrechen und das Zelt zurücklassen, hängen Sie Lebensmittel am besten in einen Baum. Andernfalls nagen sie den Zeltboden durch. Lässt man Vorräte in der Apside, reißen sie die Verpackung auf und schleppen davon, was sie tragen können.
Schneehuhn — wunderschöne Vögel, die sowohl im Wald als auch auf dem Plateau anzutreffen sind. Ich habe sie gesehen, war aber nicht schnell genug für ein Foto.
Rentier — wandert im Frühjahr an die Küste, wo es weniger stechende Insekten gibt, und kehrt im Herbst in die Waldtundrazone zurück, wo die Nahrungssuche einfacher ist. Interessanter Unterschied zu Hirschen weiter südlich: Das Herz ist deutlich größer, da sich Rentiere sehr viel bewegen. Sowohl Männchen als auch Weibchen tragen ein Geweih.
Elch — wandert ähnlich wie das Rentier, jedoch nicht durch die offene Tundra, sondern entlang von Flüssen und bevorzugt dichte Vegetation sowie Buschwerk.
Wolf — ein Rudeltier. Wölfe werden bejagt; Ende des 20. Jahrhunderts waren sie fast vollständig ausgerottet, mittlerweile haben sich die Bestände etwas erholt. Einer Begegnung beizuwohnen ist jedoch äußerst unwahrscheinlich.
Vielfraß — ein Einzelgänger und biologisch gesehen der größte Vertreter der Marderartigen. Das Gewicht liegt selten über 25 kg. Er ernährt sich überwiegend von Aas und Pflanzen, seltener von kleinen Nagetieren. Aktuell ist die Population gering, das Tier steht auf der Roten Liste. Nach vorliegenden Erkenntnissen sind keine Angriffe auf Menschen bekannt; er stellt keine Gefahr dar. Seine Fährte wird mitunter mit der eines Bärenjungen verwechselt. Hat schon mal die Tür einer Schutzhütte angenagt.
Bär — ein Einzelgänger, der durchaus regelmäßig vorkommt. Nach Auskunft Einheimischer halten sich im Gebiet der Lowosero-Tundren selten mehr als drei Exemplare gleichzeitig auf. Der Mensch ist für den Bären uninteressant; in den allermeisten Fällen weicht er aus oder versteckt sich im Dickicht, ohne dass man ihn bemerkt. Gefährlich sind überraschende Begegnungen, insbesondere für Solowanderer. Im Wald bewegt man sich meist leise, ohne laute Gespräche. Bären sehen schlecht, wittern aber exzellent — vorausgesetzt, der Wind steht günstig.
Ein Angriff kann aus Schreck bei plötzlicher Annäherung erfolgen. Besondere Vorsicht gilt bei Bärinnen mit Jungen, da sie ihren Nachwuchs verteidigen. Auch wenn der Bär seine Beute bedroht sieht, reagiert er aggressiv; von Tierkadavern sollte man sich daher stets fernhalten.
Als wirksamste Abwehr bei einem Angriff gilt eine Signalfackel. Der beste Schutz im Vorfeld: laute, künstliche Geräusche wie Pfeifen, metallisches Klappern oder Rufen.
Bei einer Bärenbegegnung darf keine Aggression gezeigt werden — der Bär ist immer stärker. Niemals wegrennen — der Bär ist immer schneller. Bleiben Sie ruhig, machen Sie sich groß, indem Sie ohne ruckartige Bewegungen die Jacke oder den Rucksack über den Kopf heben, und weichen Sie langsam rückwärts zurück. Dies sind gesicherte Erfahrungswerte; für ein tieferes Verständnis empfehle ich die fachkundigen Videos von Michail Kretschmar. Sehen Sie sich am besten alle drei Videos an; falls die Zeit knapp ist, genügt der erste Link.
Hermelin — ein kleines Raubtier mit langgestrecktem Körper, kurzen Läufen, langem Hals und dreieckigem Kopf bei einem Gewicht von bis zu 260 g. Es jagt kleine Nagetiere und lebt weitgehend als territorialer Einzelgänger. Das Hermelin ist ausgesprochen wendig und flink. Auf der Jagd legt es pro Tag bis zu 15 km zurück, im Winter durchschnittlich 3 km. Es kann hervorragend schwimmen und auf Bäume klettern. In ausweglosen Situationen kann es sogar Menschen attackieren. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 1–2 Jahre, maximal 7 Jahre.

Gefahren
Die größte Gefahr im Norden ist das unbeständige Wetter. Es schlägt extrem schnell um, und die Temperaturstürze können gewaltig sein. Im Sommer sinken die Werte bei starkem Wind und Schneefall leicht unter den Gefrierpunkt. Meist droht diese Gefahr auf dem Plateau: Tiefe Wolken nehmen jede Orientierung, Landmarken fehlen völlig und man kann sich nur noch per GPS fortbewegen. Selbst Geräte wie mein Garmin eTrex 20x können das Signal verlieren. Es heißt, die 60er-Serie löse solche Probleme, doch in kritischen Momenten kommt es vor allem auf besonnenes Handeln an.
Einige Berichte über Zwischenfälle finden sich unter dem untenstehenden Link. Sie beziehen sich vor allem auf die Chibinen, gelten durch die geografische Nähe jedoch gleichermaßen für diese Region.
Genau in den Chibinen habe ich die Härte des Klimas am eigenen Leib erfahren: Beim Abstieg vom Westlichen Arsenin-Pass zogen Wolken auf, leichter Nieselregen setzte ein, und nach zehn Minuten sah ich, wie aus der benachbarten Schlucht in 2 km Entfernung ein Sturmregen waagerecht auf mich zuschoss. Eine Sturmböe warf mich fast um, und der Regen durchnässte mich in zehn Sekunden bis auf die Haut. Die Felsen waren nass, etwa fünfmal stürzte ich beim Abstieg — zum Glück ohne Verletzungen.
Statistisch gesehen sind in den Chibinen und Lowosero Unterkühlung und Lawinen die häufigsten Unfallursachen (Wintertouren hier ausgenommen). Zu Unterkühlungen kam es meist auf Plateaus oder Passhöhen infolge von Wetterstürzen und mangelhafter Vorbereitung.
Registrierung beim Katastrophenschutzministerium (MChS)
Praktisches Online-Formular: Geben Sie Ihre persönlichen Daten, die Route und Notfallkontakte an.
Sie müssen den Rettungsdienst vor Tourbeginn und nach Beendigung der Route telefonisch informieren. Das MChS ruft Sie täglich zur Kontrolle an. Mein Netzempfang war nicht immer stabil, daher erhielt ich morgens und tagsüber jeweils zwei SMS über verpasste Anrufe. Sobald Empfang da war, rief ich zurück und gab Entwarnung.
MChS in Murmansk: +7 (8152) 39-99-99
Anreise
Die Tour beginnt am Bergbau- und Aufbereitungskombinat (GOK) in der Nähe der Ortschaft Rewda. Der nächstgelegene Verkehrsknotenpunkt ist Olenegorsk.
Olenegorsk erreichen Sie auf drei Wegen:
- Per Flugzeug nach Murmansk und weiter per Zug nach Olenegorsk
- Direkt mit dem Zug nach Olenegorsk
- Mit dem Auto: Die Straße ist gut ausgebaut, es sollte keine Probleme geben
Von Olenegorsk nach Rewda:
- Mit dem Taxi: Mir wurde die Fahrt für 1.000 RUB angeboten; für Gruppen ab zwei Personen liegt der Preis bei 1.500 RUB und mehr.
- Per Anhalter: Da mein Zug um 06:00 Uhr ankam und so früh kein Bus fuhr, entschied ich mich fürs Trampen. Mit vier verschiedenen Mitfahrgelegenheiten brauchte ich 2 Stunden und 15 Minuten.
- Mit dem Sammeltaxi (Marschrutka): Fahrpläne hängen selten aus. Man kann Transportunternehmen vorab anrufen und Plätze reservieren oder sich an den Buslinien 231 (Olenegorsk – Rewda) und 234 (Olenegorsk – Lowosero) orientieren.
Von Rewda zum Kombinat (GOK):
Im Ortszentrum hält der Bus an der Haltestelle Uliza Pobedy 31. Er fährt regelmäßig, die Fahrzeit beträgt 20 Minuten und die Fahrt ist kostenlos. Falls Sie mit dem eigenen Auto anreisen, gibt es am Kombinat Parkplätze.
Busfahrplan:

Zeltübernachtung
Die Suche nach Zeltplätzen lässt sich in 3 Bereiche unterteilen.
- Auf dem Plateau: Die Hochfläche ist von Steinfeldern geprägt. Hier einen Zeltplatz zu finden, ist am schwierigsten, aber machbar. Vorbereitete Stellplätze gibt es meist nahe den Gipfeln, umgeben von 3–4 Meter hohen Steinwällen als Windschutz. Entlang der Route stieß ich etwa jede Stunde auf geräumte Plätze für 1–2 Zelte. Das Plateau bietet herrliche Ausblicke auf Täler und Seen, jedoch gibt es kaum Wasser – man muss zu Schneefeldern und Bächen absteigen. Es besteht die Gefahr plötzlicher Wetterumschwünge, die auf dem Plateau besonders heftig ausfallen. Suchen Sie windgeschützte Mulden hinter Felsen und spannen Sie die Abspannleinen extrem sorgfältig ab.
- In den Schluchten: Eine deutlich geschütztere Option, besonders nahe an Wasserfällen. Ausreichend Wasser und viele sichere Stellplätze.
- Am Seidosero-See: Ideal zur Erholung. Der See ist atemberaubend schön und liegt bei Windstille spiegelglatt da. Sehr idyllisch, sicher und es gibt Feuerholz. Nachteil: deutlich mehr Betrieb. Hier treffen Sie auf Angler und Trekker, die den See in 2–3 Tagen umrunden.

Ausrüstung
- Das Wichtigste: Schutz vor Mücken. Ein Kopfnetz gegen Insekten ist unverzichtbar.
- Mücken- und Kriebelmückenspray.
- Sonnencreme.
- Schlafmaske oder ein dichtes Schlauchtuch (Buff).
- Wat- bzw. Furtschuhe (z. B. Crocs).
- Schlauchtuch für den Hals und Sonnenschutz.
Mein Videovortrag im Reiseclub «Sport-Marafon» über die Lowosero-Tundren.

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