Routen in Swanetien
Zum Uschba-Gletscher
- Tageswanderung vom Dorf Mazeri zum Uschba-Gletscher, Übernachtung im Zelt möglich.
- Höhenmeter: 950 m.
- Höchster Punkt: 2450 m.
- Distanz: vom Dorf Mazeri bis zum Uschba-Gletscher: 10 km.

In Mazeri müssen Sie unbedingt eine Genehmigung für die Grenzzone einholen. Das erledigt man in 5 Minuten auf dem Grenzposten an der Hauptstraße. Ich kam mit den Grenzschützern ins Gespräch – sie waren sehr freundlich und aufgeschlossen, wir haben viel gelacht. Schließlich boten sie mir an, mich im Polizeiwagen näher an die Route heranzufahren. Dort angekommen beschloss ich, mein Nachtlager aufzuschlagen, um am frühen Morgen aufzubrechen.

Der Pfad ist gut ausgetreten und verläuft überwiegend durch den Wald. Hinter der Brücke befindet sich der Grenzposten, an dem die Genehmigung kontrolliert wird. Dort kann man auch Trinkwasser auffüllen.

Weiter oben eröffnet sich ein atemberaubender Blick auf die Wasserfälle – ein fantastischer Anblick. Eine seltsame Neugier stieg in mir auf: Was liegt wohl dort oben, oberhalb des Wasserfalls?

Während ich den Pfad entlangging und auf den Weg blickte, hörte ich plötzlich ein Rascheln. Ich hob den Blick und sah einen kräftigen Hengst mit dunkelgrauen Flecken. Er stand da und sah mich schweigend an, ohne den Kopf abzuwenden. Ich trat näher heran, streckte langsam die Hand aus und machte noch einen Schritt – das Pferd blickte mich unverwandt an. Ich berührte seine Nüstern und hielt inne. Mein Gott, in solchen Momenten möchte man sich einfach auf das Pferd schwingen und im Galopp durch das Dickicht reiten.
Danach steigt der Pfad steil an, und die oberste Bachquerung erfordert etwas Mut. Das Wasser rauscht hinab und stürzt nur 10 Meter weiter als Wasserfall in die Tiefe. Hier gilt es vor allem, etwas höher anzusetzen und auf den nassen Steinen achtsam zu sein.
Weiter geht es durch Buschwerk, über einen schmalen Pfad hinaus auf eine flache, steinige Ebene vor dem Gletscher. Plätze für Zelte sind hier rar, aber vorhanden. Hier befindet sich auch ein Gedenkstein.

Am Gletscher war niemand, der Berg hinterließ einen unheimlichen Eindruck. Doch den Berg aus sicherer Entfernung zu bestaunen, ist ein riesiges Vergnügen.

Die Uschba ist berüchtigt: Sie gehört zu den unzugänglichsten Bergen und gilt als schwierigster Viertausender.
Aus dem Swanischen übersetzt bedeutet der Name dieses Kaukasus-Gipfels an der Grenze zwischen Russland und Georgien „Unglücksberg“. Die Uschba (4700 m), die als einer der weltweit schwierigsten Viertausender gilt, verwehrt Bergsteigern selbst bei bestem Wetter oft den Gipfelsieg. Ihr Aufstieg erfordert exzellente Fels- und Eiskletterfähigkeiten. Die „Königin des Kaukasus“ verzeiht keine Fehler: Die meisten Bergsteiger verunglückten an der Uschba durch Sicherungsfehler oder Seilrisse tödlich.
Unterwegs traf ich einen Hirten. Er erzählte mir, dass im vergangenen Monat eine Wandergruppe auf dem Weg zum Gletscher unterwegs war und ein junger Mann aus Belarus tödlich abstürzte. Zuvor steckten vier Bergsteiger aus China in der Wand fest – sie konnten weder vor noch zurück. Ein Rettungshubschrauber wurde entsandt, und erst am dritten Tag konnten sie lebend vom Berg geborgen werden.
Beim Abstieg ins Dorf begegnete ich einem Einheimischen mit einem Minivan – ein wunderbarer Mensch. Er überredete mich, auf eine Gruppe Schweizer zu warten, um mich dann an den gewünschten Ort mitzunehmen. Die Menschen in Georgien sind unglaublich gastfreundlich!
Zur besseren Veranschaulichung der Aussichten und des Geländes füge ich 3D-Panoramen aus Google Earth bei.
Sie stammen nicht von mir, die Urheberschaft ist auf den Fotos vermerkt.

Zum Tschalaadi-Gletscher
- Tageswanderung zum Tschalaadi-Gletscher. Zeltübernachtung am Gletscher möglich.
- Höhenmeter: 510 m.
- Höchster Punkt: 1900 m.
- Distanz: von Mestia bis zum Tschalaadi-Gletscher 12 km.

Die ersten 8 km verlaufen über einen Feldweg entlang des Flusses Mestiatschala. Dieses Stück kann man mit dem Auto zurücklegen oder zu Fuß gehen. Der Fluss kann über die Ufer treten; stellen Sie sich auf Pfützen und Furten ein, die bis zu den Knöcheln oder Knien reichen. Dieser Abschnitt ist landschaftlich nicht besonders reizvoll, daher empfiehlt es sich, ihn zügig zurückzulegen – in moderatem Tempo dauert es etwa 3 Stunden.

An der Hängebrücke gibt es ein Café, dahinter beginnt ein schöner Waldpfad mit viel Moos und einer herrlich stimmungsvollen Atmosphäre.


Aus dem Wald tritt man auf ein Geröllfeld hinaus und wandert weiter zum Gletscher.

Der Gletscherfluss ist sehr reißend und nicht als Trinkwasser geeignet. Wasser kann man in den umliegenden Bächen schöpfen, die es überall gibt. Am Gletscher ist Vorsicht geboten: Von oben fallen kleine Steine herab, die 10–20 Meter weit abprallen können.

Zur besseren Veranschaulichung der Aussichten und des Geländes füge ich 3D-Panoramen aus Google Earth bei.
Sie stammen nicht von mir, die Urheberschaft ist auf den Fotos vermerkt.
Camping/Ruhetag mit schönem Panorama.
Wenn Sie einfach nur mit dem Zelt an einem schönen, ruhigen Ort verweilen möchten, fahren oder gehen Sie bis zum Skilift. Sie kaufen ein Ticket, fahren nach oben, halten sich dann etwa 1 km links und suchen sich eine passende Lichtung. Wasser gibt es hier oben nicht, Sie können es im Café an der Liftstation auffüllen.

Der Ort hat mir sehr gefallen, das Panorama ist schlichtweg grandios – besonders bei Sonnenaufgang.

Routenideen.
Diese Routen bin ich selbst nicht gegangen, habe die Ideen aber als Inspiration für Sie zusammengestellt!
Von Uschguli zum Schchara-Gletscher
- Tageswanderung von Uschguli (2200 m) zum Schchara-Gletscher (2650 m), Zeltübernachtung möglich.
- Höhenmeter: 450 m.
- Höchster Punkt: 2650 m.
- Distanz: von Uschguli bis zum Schchara-Gletscher 9,5 km.
Ein Teil der Strecke verläuft über eine Fahrstraße, es gibt eine Flussfurt und am Fuße des Gletschers ein Geröllfeld. Unterwegs bieten sich Aussichtspunkte auf Uschguli und den großen Gletscher.

Von Uschguli zum Gwibari-Pass
- Tageswanderung von Uschguli zum Gwibari-Pass, Zeltübernachtung möglich.
- Höhenmeter: 875 m.
- Höchster Punkt: 2945 m.
- Distanz: von Uschguli bis zum Gwibari-Pass 4,6 km.
Oben eröffnet sich der Blick auf den Kaukasus-Hauptkamm; bei wolkenlosem Wetter ist sogar der Elbrus zu sehen.

Zu den Koruldi-Seen
- Tageswanderung von Mestia zu den Koruldi-Seen, Zeltübernachtung möglich.
- Höhenmeter: 1250 m.
- Höchster Punkt: 2700 m.
- Distanz: von Mestia bis zu den Seen 9 km.
Direkt im Ort beginnt der Pfad und steigt steil an. Die Route ist sehr beliebt und landschaftlich wunderschön.

Wenn Sie Fragen haben, schreiben Sie mir gerne eine persönliche Nachricht.


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