SCHNEELAPPEN, LANGES ODER KURZES AUSSENZELT

Langes Außenzelt

Das Außenzelt reicht bis zum Boden und wird bei 3- und 4-Jahreszeiten-Zelten verwendet. Man findet es vor allem bei skandinavischen Herstellern wie Hilleberg, Nordisk, Fjällräven und Helsport. Eine ideale Wahl für raue Regionen: Halbinsel Kola, Polarural, Tschukotka, Kamtschatka, Hochgebirge. Vorteile: Im Zeltinneren zieht es nicht; ein langes Außenzelt ist perfekt für Wintertouren. Nachteile: In warmem Klima sind einige Modelle übermäßig warm. Man sollte jedoch bedenken, dass sie von Skandinaviern entwickelt wurden und für Tundra, Waldtundra und Hochgebirge konzipiert sind.

Wind- und Schneelappen (Faulstreifen)

Ein Streifen entlang des unteren Randes des Außenzelts, der bei 3- und 4-Jahreszeiten-Zelten eingesetzt wird. Eine optimale Lösung für den 3-Jahreszeiten-Einsatz sowohl unter rauen als auch unter gemäßigten Bedingungen. Vorteile: Bei Wind und Kälte lässt sich der Lappen mit Sand, Erde oder Steinen beschweren, was maximale Windstabilität und eine bessere Wärmeisolierung garantiert. Er vergrößert den trockenen Bereich entlang des Umfangs, sodass die Ausrüstung in der Apsis trocken bleibt. Bei warmem Wetter lässt er sich hochrollen, wodurch das Zelt wie ein normales Modell mit kurzem Außenzelt funktioniert. Das ungefähre Gewicht der Schneelappen bei einem 2-Personen-Kuppelzelt beträgt ca. 200 g. Oft gibt es von einem Zeltmodell mehrere Ausführungen: mit und ohne Schneelappen. Nachteile: Erstaunlicherweise wenig für den Winter geeignet, da der Streifen im Schnee festfriert und sich mit einer Schaufel nur schwer lösen lässt, ohne ihn zu zerreißen.

Kurzes Außenzelt

Die am weitesten verbreitete Variante. Es wird bei 2-, 3- und 4-Jahreszeiten-Zelten verwendet und sorgt für eine hervorragende Belüftung. Ideal für mildes Klima. Handelt es sich um ein Bergzelt, bedeutet der Verzicht auf Schneelappen und ein bodenlanges Außenzelt, dass Sie bei starkem Wind eine Schutzmauer aus Steinen oder Schnee errichten müssen.

Fazit: Ich persönlich nutze ein Zelt mit Schneelappen und schätze dessen hohe Vielseitigkeit, Windstabilität sowie die Möglichkeit, Kondenswasser zu regulieren und die Innentemperatur durch die eigene Atemwärme zu erhöhen. Welches Außenzelt gewählt wird, hängt direkt vom Einsatzzweck des Zelts, dem Herstellerland und dem Preis ab. So bieten einheimische Hersteller Bergzelte mit Schneelappen für 15.000–25.000 RUB an. Skandinavische Hersteller verkaufen Zelte mit langem Außenzelt für 40.000–100.000 RUB. Zelte mit kurzem Außenzelt kennen preislich ohnehin keine Grenzen.

YouTube-Video: Wie man Zelte zusammenlegt

ZELTABMESSUNGEN

Für einen komfortablen Schlaf von zwei Personen mit durchschnittlichen Maßen (Körpergröße — 175 cm, Gewicht — 70 kg) sollten Sie folgende Parameter für Breite und Länge des Innenzelts berücksichtigen:

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Die Ausgangslage ändert sich natürlich, wenn Sie als Paar unterwegs sind und eng aneinandergekuschelt schlafen. Vergessen Sie jedoch nicht, dass an den Seiten noch wichtige Gegenstände abgelegt werden müssen. Für ein 2-Personen-Zelt beträgt die gängigste Breite 120 bis 130 cm. Achten Sie jedoch stets auf die Konstruktion und die Neigung der Wände: Laufen die Wände steil nach oben hin zusammen, schrumpft der nutzbare Wohnraum beträchtlich.

Eine ausreichende Innenzeltlänge ist unverzichtbar, damit Kapuze und Fußteil des Schlafsacks nicht die Innenzeltwände berühren. Andernfalls saugen sie das Kondenswasser vom Außenzelt auf und werden nass. Beachten Sie auch, dass man sich im Schlaf bewegt und auf schrägem Untergrund nach unten rutschen kann. Zudem verringern Utensilientaschen im Kopf- und Fußbereich bei Befüllung das verfügbare Raumangebot zusätzlich.

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PERSONENANZAHL IM ZELT

Betrachten wir die Optionen vom 1-Personen- bis zum 4-Personen-Zelt. Die Angabe zur Personenanzahl ist nahezu immer im Modellnamen enthalten. Zum Beispiel: „MSR Elixir 1“, „Nova Tour Ai Petri 2 V2“, „Alexika Tower 3“, „Marmot Tungsten 4P“.

1-Personen-Zelt, Gewicht — 0,6–2,0 kg. Vorteile: Extrem leicht, besonders kompaktes Packmaß, „Traum jedes Solowanderers“. Nachteile: Geringe Modellauswahl, Preis fast auf dem Niveau von 2-Personen-Zelten, spezielle Gestängekonstruktionen, oft ohne Apsis, für mehrtägige Touren oft zu spartanisch.

2-Personen-Zelt, Gewicht — 1,5–3,2 kg. Vorteile: Höchste Vielseitigkeit, riesige Modellauswahl für jeden Einsatzzweck, sehr komfortabel für Alleinreisende. Nachteile: Keine.

3-Personen-Zelt, Gewicht — 2,3–3,6 kg. Vorteile: Günstiger und leichter pro Person als ein 2-Personen-Modell, extrem geräumig bei einer Tour zu zweit, sodass Ausrüstung problemlos im Zeltinneren gelagert werden kann. Nachteile: Zu schwer für zwei Personen, gänzlich ungeeignet für Solotouren.

4-Personen-Zelt, Gewicht — 3,0–4,3 kg. Vorteile: Günstiger pro Teilnehmer, ein Stellplatz für ein einziges 4-Personen-Zelt ist leichter zu finden als für zwei 2-Personen-Zelte, warm und gesellig zu viert. Nachteile: Beengt, wenig Privatsphäre, kaum universell einsetzbar.

Fazit: Ein 2-Personen-Zelt ist für die allermeisten Situationen die vielseitigste Wahl. Ein 1-Personen-Zelt eignet sich für Touren von maximal 7 Tagen, bei denen geringes Gewicht Vorrang vor Komfort hat. Ein 3-Personen-Zelt ist bei einer Konstruktion mit zwei Eingängen eine solide Wahl, wird jedoch meist für Bergbesteigungen genutzt. Das 4-Personen-Zelt stellt eine Speziallösung für gut eingespielte Gruppen oder anspruchsvolle Bergtouren dar.

EINWANDIG ODER DOPPELWANDIG

Ausschließlich doppelwandig.* Selbst dann, wenn Sie nur einmal im Jahr zum Grillen ins Grüne fahren. Ein doppelwandiges Zelt bietet dank besserer Luftzirkulation und effektivem Feuchtigkeitstransport deutlich mehr Komfort. Zumal die Preise für doppelwandige Modelle bereits ab 2.000 RUB beginnen.

*Ausgenommen hiervon sind Ultraleicht- und reine Alpinzelte.

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BELÜFTUNG UND KONDENSWASSER

Kondenswasser entsteht durch die Atemluft und Körperwärme des Menschen. Bei doppelwandigen Zelten zieht die Feuchtigkeit durch das Netzgewebe ab und schlägt sich an der Innenseite des Außenzelts nieder. Bildet sich Kondensat jedoch direkt am Innenzelt, muss die Belüftung unverzüglich verstärkt werden, da andernfalls die gesamte Ausrüstung im Inneren feucht wird. Um die Luftzirkulation zu verbessern, richten Sie das Zelt mit den Lüftungsöffnungen entlang der Windrichtung aus: Der Wind sollte durch eine Öffnung einströmen und durch die andere wieder entweichen. Da die Windrichtung wechseln kann, sollten Sie das Gelände aufmerksam beobachten und nach Möglichkeit die Windprognose online verfolgen. Verfügt das Zelt über Schneelappen, können diese teilweise oder rundherum hochgerollt werden. Wenn der Eingang mit einem Moskitonetz ausgestattet ist, lassen Sie die Tür teilweise oder ganz nur mit dem Netz verschlossen. Errichten Sie das Zelt nach Möglichkeit mit gebührendem Abstand zu Gewässern und Geländesenken. 

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und im Minusbereich empfiehlt sich ein herkömmlicher Küchenschwamm: Er eignet sich hervorragend, um Kondenswasser schnell aufzusaugen. 

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WASSERDICHTIGKEIT

Wasserdichtigkeit wird in Millimetern Wassersäule (mm WS, im Folgenden mm) gemessen und bestimmt den maximalen Wasserdruck auf die Oberfläche, bei dem das Material kein Wasser durchlässt (Aufprallgeschwindigkeit des Wassertropfens auf das Außenzelt).

So kurios es auch klingen mag: Dies ist eine der am häufigsten diskutierten Eigenschaften, in den meisten Fällen jedoch überhaupt nicht aussagekräftig.

Zu Beginn der Nutzung sind alle Zelte wasserdicht; viel wichtiger ist, wie viele Saisons die Beschichtung hält. Dies hängt von der Art der Beschichtung sowie der Qualität und Technologie des Auftragens ab. Um dieses Thema jedoch abzuhaken: Zelte ab einem Preis von über 10.000 RUB – von russischen Marken wie RedFox, NovaTour, Bask, Normal, Snaryazhenie bis hin zu internationalen Herstellern wie The North Face, Marmot, MSR, Vaude, Big Agnes, Hilleberg, Nordisk usw. – können als wasserdicht angesehen werden; ihre Wassersäule reicht völlig aus, damit das Zelt bei Regen trocken bleibt.

Leider geben die Hersteller die Wassersäule nach unterschiedlichen internationalen Standards und Unternehmensphilosophien an. Bei der Spitzenmarke Hilleberg beispielsweise sind die Werte trotz hochtechnologischer Materialien und hoher realer Leistung etwas niedriger angegeben, da das Unternehmen seine Zahlen garantieren möchte. Bei US-amerikanischen Herstellern ist die Situation anders: Sie unterliegen gesetzlichen Vorschriften, und Tests zeigen, dass Zelte wie das Big Agnes Copper Spur oder das MSR Hubba Hubba in der Praxis eine Wassersäule von 5.000 mm statt der angegebenen 1.500 mm aufweisen. Im Internet liest man oft von 200 Übernachtungen oder 5 Jahren Nutzung – tatsächlich handelt es sich hierbei um einen Irrtum, der sich in der Community verbreitet hat.

Ausführliche Informationen zu den Beschichtungsarten finden Sie weiter unten. An dieser Stelle gebe ich lediglich eine grobe Schätzung der Lebensdauer für ein durchschnittliches Zelt unter normalen Bedingungen bei ordnungsgemäßer Pflege ab (ohne Ultraleicht-Modelle und härteste Expeditionsausführungen zu berücksichtigen). PU ist die einfachste Variante und hält im Schnitt 5–12 Jahre. PU/Si ist die optimale Option und hält 8–15 Jahre. Si/Si ist die langlebigste Variante mit einer Lebensdauer von 10–30 Jahren.

Der Wasserdruck bei normalem Regen übersteigt nicht 1.000–1.500 mm.

Die Dauerhaftigkeit der Wasserdichtigkeit wird durch Sonneneinstrahlung, Regen, mechanische Beschädigungen sowie fachgerechte Pflege und Lagerung beeinflusst. Daher ist es wichtig, das Zelt nicht unnötig in der Sonne stehenzulassen und einen Footprint zu verwenden, um den Zeltboden zu schützen.

Fazit: Selbst bescheidenste Werte von 1.200 mm bei Ultraleichtzelten bieten die erforderliche Wasserdichtigkeit.

YouTube-Video: Zeltplane-Wasserdichtigkeitstest

Auf den Zeltboden wird mehr Beschichtung aufgetragen, da wir ihn direkt mit unserem Gewicht belasten und Boden sowie Steine die Oberfläche kontinuierlich abreiben. Eine dickere Beschichtung ist erforderlich, damit der Zeltboden nicht vor dem Außenzelt verschleißt.

YouTube-Video: Sturm zerreißt Zelte am Mount Everest

MATERIALIEN UND BESCHICHTUNG (Nylon, Polyester und PU, PU/Si, Si/Si)

Grundbegriffe:

Nylon – Polyamidgewebe aus Polyamidfasern.

Polyester – Polyestergewebe aus Polyesterfasern.

Tex (190T, 210T, 340T, 450T usw.) – Fadendichte (Thread Count). Gibt die Anzahl der Fäden pro Quadratzoll an. Je höher die Zahl, desto dichter das Gewebe.

Den (10D, 40D, 70D, 150D usw.) – Denier. Gibt die Fadenstärke im Gewebe an: Je dicker der Faden, desto schwerer das Material.

RipStop – Ripstop. Gewebe mit eingewebten dickeren Verstärkungsfäden zur Erhöhung der Reißfestigkeit.

W/R – Water Repellent, wasserabweisende Beschichtung auf der Außenseite des Gewebes. Wird vor allem bei PU-Beschichtungen verwendet, um das Außenzelt vor Nässeaufnahme, Gewichtszunahme und UV-Strahlung zu schützen. Kann sich bei längerem Gebrauch abwaschen, lässt sich jedoch zu Hause mit Spezialmitteln leicht erneuern.

mm WS 3.000/6.000 – Wasserdichtigkeit in Millimetern Wassersäule.

Bei der Analyse von Materialien und Beschichtungen bin ich zu folgenden Vor- und Nachteilen gelangt:

PU (Polyurethan) – Beschichtung, die schichtweise ausschließlich auf die Innenseite des Außenzeltes aufgetragen wird. Funktioniert am besten mit Polyestergeweben, kommt aber auch bei Nylon vor. In reiner Form wird die PU-Beschichtung im günstigen bis mittleren Zeltsegment verwendet (ca. 10.000 bis 80.000 RUB) und ist häufig bei Herstellern aus der GUS und Russland anzutreffen (Bask, RedFox, Normal, NovaTour, Snaryazhenie, Tramp). In Europa entspricht dies traditionellen Marken wie Ferrino. Die Beschichtung wiegt relativ viel und hat eine trockene, spröde Struktur. Daher verwenden die Hersteller für ausreichende Stabilität stärkere Fäden (30D–70D) und Dichten von 170T–230T. Aus diesem Grund gibt es praktisch keine echten Ultraleichtzelte mit reiner PU-Beschichtung.

Vorteile:

  • Günstig in der Herstellung und somit im Verkaufspreis.
  • Nähte lassen sich einfach mit Nahtband versiegeln (getapt).
  • Das Außenzelt kann flammenhemmend imprägniert werden, was die Sicherheit bei der Kochernutzung im Zelt erhöht (bei Si/Si unmöglich).
  • Bietet eine höhere Atmungsaktivität, wodurch sich im Vergleich zu Si/Si weniger Kondenswasser im Zelt bildet.
  • Hohe Abriebfestigkeit und Langlebigkeit beim Einsatz als Zeltboden.
  • Das Außenzelt dehnt sich bei Regen nicht nennenswert aus (Vorteil: kein Nachspannen bei Nässe; Nachteile siehe unten).

Nachteile:

  • Geringste Weiterreißfestigkeit, insbesondere wenn bereits ein Riss von nur 1 cm vorliegt. Zeltplanen, die im Sturm komplett zerfetzt wurden, bestanden fast immer aus Polyester oder Nylon mit PU-Beschichtung. PU dringt nicht tief in die Faserstruktur ein und besitzt keinerlei Elastizität. Dass sich das Zelt bei Nässe nicht dehnt, ist bei Windspitzen daher eher ein Nachteil. Hersteller geben die Weiterreißfestigkeit selten an – Tests zeigen Werte von lediglich 1–2 kg. Das Material lässt sich im Test von Hand einreißen.
  • Höheres Gewicht, da ein gleichmäßiger Auftrag schwierig ist und Hersteller oft mehr Schichten für 5.000–7.000 mm Wassersäule auftragen müssen. Bei gleichem Budget sind PU/Si und Si/Si stets leichter.
  • Geringe UV-Beständigkeit bei dauerhafter Sonneneinstrahlung: Die Beschichtung kann abblättern und ihre wasserdichten Eigenschaften vollständig verlieren.

Fazit:

PU-beschichtete Außenzelte sind aufgrund ihres günstigen Preises verbreitet, weisen jedoch mehr Nachteile auf als moderne Alternativen. Für den Zeltboden ist PU hingegen hervorragend geeignet, da es robust und abriebfest ist – weshalb es selbst bei High-End-Zelten wie Hilleberg eingesetzt wird.

PU/SI – (Polyurethan/Silikon). Kombination beider Beschichtungsarten: PU auf der Innenseite, Silikon auf der Außenseite. Funktioniert am besten mit Nylongeweben und gleicht die Schwächen reiner PU-Beschichtungen teilweise aus. PU/Si ist der technische Standard vieler etablierter westlicher Hersteller (Big Agnes, MSR, Nemo, REI). In den USA ist dies oft gesetzlich bedingt, da Zelte dort Flammschutzvorschriften erfüllen müssen, was technisch nur über eine innenseitige PU-Beschichtung möglich ist.

Vorteile:

  • Moderater Herstellungspreis, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Nähte lassen sich herkömmlich mit Nahtband abdichten.
  • Flammhemmende Ausrüstung möglich, was die Sicherheit beim Kochen im Vorzelt erhöht.
  • Geringere Kondenswasserbildung im Vergleich zu beidseitigem Silikon.
  • Ermöglicht dünnere Garne und somit geringeres Gewicht bei ausreichender Wasserdichtigkeit.
  • Abgesehen von extremen Ultraleichtzelten ist die PU/Si-Kombination deutlich langlebiger als reine PU-Beschichtungen.

Nachteile:

  • Immer noch begrenzte Weiterreißfestigkeit bei Beschädigung. Das Silikon dringt zwar in das Nylon ein und verbessert den Wert auf ca. 2–3 kg (etwa doppelt so stabil wie reines PU), bleibt aber anfällig gegen Durchreißen bei Sturm.

Fazit:

Die universelle Allround-Lösung: Mittleres Preissegment bei gutem Verhältnis aus Gewicht, Festigkeit und Haltbarkeit.

SI/SI – (beidseitig silikonisiert). Das technologisch fortschrittlichste und hochwertigste Verfahren zur Veredelung von Außenzelten. Dreifache Silikonisierung: Zunächst werden die einzelnen Nylonfasern getränkt, danach folgt die Beschichtung von Außen- und Innenseite. Die Verarbeitung ist anspruchsvoll, da Nahtdichtbänder auf Silikon nicht haften. Hochwertige Hersteller nutzen daher Kappnähte (4 Stofflagen) und vernähen diese mit speziellen Nadeln und Fäden mit Baumwollanteil. Bei Nässe quillt die Baumwolle auf und dichtet die Einstichkanäle zuverlässig ab. Typisch für skandinavische Premiummarken (Hilleberg, Helsport, Nordisk, Fjällräven), ausgewählte europäische Hersteller (Vaude) sowie russische Expeditionsmarken (Sivera).

Vorteile:

  • Minimales Gewicht und Packmaß: Bietet maximale Gewichtsreduzierung bei überragender Festigkeit; das Packvolumen ist deutlich geringer als bei PU und PU/Si.
  • Enorme Weiterreißfestigkeit: Je nach Einsatzzweck 8 bis 20 kg. Beispielsweise erreicht das Helsport Ringstind Superlight 1 (1.040 g, 10D, ca. 450T) eine Weiterreißfestigkeit von 10 kg – etwa das Sechsfache typischer PU- und PU/Si-Zelte. Von Hand praktisch unzerreißbar.
  • Höchste UV-Beständigkeit und maximale Lebensdauer aller Beschichtungsarten.

Nachteile:

  • Durch die hohe Elastizität dehnt sich das Gewebe bei Nässe und muss bei Regen gegebenenfalls nachgespannt werden.
  • Aufgrund der absoluten Dichtigkeit sammelt sich im Inneren tendenziell etwas mehr Kondenswasser als bei PU/Si.
  • Kann nicht flammenhemmend ausgerüstet werden.
  • Hoher Preis.

Fazit:

Die absolute Referenz für Leichtigkeit, Zuverlässigkeit und extreme Haltbarkeit. Standard bei Expeditionen in arktischen Regionen, an den Polen und in Patagonien sowie bei erstklassigen Ultraleichtzelten.

GESAMTFAZIT: Die Wahl von Material und Beschichtung hängt meist vom Budget ab. PU-Zelte liegen typischerweise bei 2.000–30.000 RUB, PU/Si bei 20.000–60.000 RUB und beidseitig silikonisierte Si/Si-Zelte bei 40.000–100.000 RUB und mehr.

Wichtiger Hinweis: Gewebe und Beschichtungen altern auch durch jahrelange Lagerung im komprimierten Zustand oder dauerhafte UV-Strahlung. Achten Sie auf das Produktionsdatum des Zeltes: Ein Modell, das 5 Jahre im Lager lag oder monatelang im Schaufenster ausgestellt war, hat bereits spürbar an Materialqualität eingebüßt.

YouTube-Video: Vergleich von PU- und SI-Beschichtung

Ein anschauliches Beispiel dafür, wie sich Polyester PU/SI links und Nylon SI/SI rechts nach 10 Minuten Regen verhalten. Die Dehnung ist die Kehrseite einer hohen Reißfestigkeit; Hersteller vergrößern den Abstand zwischen Außenzelt und Innenzelt. Vom Nutzer wird verlangt, die Abspannleinen nach Beginn des Niederschlags nachzuspannen.

DETAILS

Wünschenswert sind Innentaschen, reflektierende Sturmleinen, fluoreszierende Reißverschlussschieber, ein wasserdichter Packsack und ein Reparaturset im Lieferumfang. Die Reißverschlüsse des Zeltes sollten idealerweise vom Hersteller YKK mit Zwei-Wege-Schiebern sein.

FARBE

Es gibt zwei Farbkonzepte für das Außenzelt. Bei der Auswahl sollte man davon ausgehen, welche Aufgabe das Zelt erfüllen soll: sich tarnen oder auffallen.

Grün und andere Tarnfarben dienen der Unauffälligkeit im Gelände. Sie können bei Übernachtungen in Zivilisationsnähe, beim Trampen oder bei Rastplätzen an Straßen, Dörfern und Städten sinnvoll sein. Sie bieten Schutz vor Blicken anderer Menschen und Tiere. Ja, auch Tiere können Farben unterscheiden.

Helle, leuchtende Farben bieten passive Sicherheit bei schlechter Sicht, Schneefall, Nebel oder im Wald und erleichtern das Wiederfinden des Zeltes nach einer Tagestour. Zudem gewährleisten sie hohe Sichtbarkeit im Notfall. Natürlich gelingen mit farbenfrohen Zelten auch wunderschöne Aufnahmen vor der Kulisse von Natur und Bergen.

Was die Farbe des Innenzelts betrifft: Dunkle Farben wirken psychologisch bedrückend und schaffen eine düstere Atmosphäre, weshalb das Innenzelt meist in hellen Farben oder Hellgrau gehalten ist.

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HERINGE

Am praktischsten sind Zeltheringe mit V- oder Y-Profil: Sie verdrehen sich im Boden nicht wie runde Modelle. Ich selbst nutze Heringe immer seltener; ich habe 2-mm-Reepschnur an den Abspannpunkten befestigt und verankere sie in steinigen Gegenden an Steinen. In der Tundra der Halbinsel Kola, in den Chibinen, in Swanetiens Bergen (Georgien), auf dem Lykischen Weg (Türkei), im Kaukasus oder im Transili-Alatau (Kasachstan) gab es beispielsweise genug Steine, um überhaupt keine Heringe mitzunehmen. Mancherorts sind Reepschnurschlaufen eine reine Notwendigkeit, da es aufgrund des felsigen Untergrunds unmöglich ist, einen Hering in den Boden zu schlagen.

Schweres Gewicht pro Hering — 20 g.

Gutes Gewicht pro Hering — 15 g.

Ultraleichtes Gewicht pro Hering — bis zu 10 g.

REPARATURSET

Auf jeder Tour mit dem Zelt unbedingt mitzunehmen: eine kleine Rolle Panzertape, Nadel und Faden, selbstklebende Flicken, eine Reparaturhülse (wird über die Bruchstelle des Gestänges geschoben) oder ein Ersatzgestängesegment. So können Sie im Ernstfall ein gebrochenes Gestänge oder ein zerrissenes Außenzelt reparieren, anstatt sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wie Sie mit irgendwelchen Behelfsmitteln ein Loch flicken.

GEWICHT

Das Gewicht des Zeltes habe ich ganz an den Schluss gestellt, da ich der Meinung bin, dass es das Ergebnis aller Eigenschaften und Einsatzbereiche ist, für die wir ein Zelt auswählen, und nicht umgekehrt. Zelte sollte man nur hinsichtlich ihres Gewichts vergleichen, wenn sie einen ähnlichen Einsatzzweck, dieselbe Zuverlässigkeit und denselben Komfort bieten. In diesem Fall erhalten wir genau die Ausrüstung, die unseren Anforderungen entspricht, und vermeiden Enttäuschungen — etwa wenn man die ganze Nacht das Zelt bei starkem Wind von innen festhalten muss, das Zelt reißt, das Gestänge bricht, es drinnen zu kalt ist oder kein Platz für die Ausrüstung bleibt.

Die große Nachfrage von Seiten der Verbraucher, also von uns, treibt die Hersteller dazu, das Gewicht von Zelten mit allen Mitteln zu reduzieren. Natürlich geschieht diese Gewichtsreduzierung durch Verkleinerung, dünnere Materialien und Einsparungen — und damit das Zelt dennoch die Anforderungen erfüllt, geschieht dies durch den Einsatz und die Verbesserung moderner Technologien. Manchmal ist dieses Verhältnis ausgewogen, manchmal nicht. Bei hochwertigen Zelten wie von Hilleberg oder Big Agnes findet man diese Balance deutlich häufiger als beispielsweise bei NatureHike oder Normal. Vergessen Sie bei der Jagd nach geringem Gewicht nicht, dass ein Zelt oft der einzige Schutz in einer wilden, wunderschönen, aber manchmal extrem rauen Natur ist. Verwenden Sie Ausrüstung, die den Bedingungen und Anforderungen gewachsen ist. Die Gewichtsreduzierung kommt mit zunehmender Erfahrung, weil Sie dann genau wissen, woran, in welchen Situationen und wie Sie sparen können. Wenn Sie jedoch noch wenig Erfahrung haben, jagen Sie nicht dem Ultraleicht-Trend hinterher — wählen Sie lieber eine Sicherheitsreserve und achten Sie auf Ihre Sicherheit.

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LISTE DER GESCHÄFTE

Damit die Suche nach Ihrem idealen Zelt leichter fällt, finden Sie hier Links zu Websites von Herstellern, Händlern und Geschäften in Russland.